Spitzschwanzamadine

Peophila acuticauda

Schutzstatus: Keiner

Paarhaltung

Klasse Vögel
Ordnung Sperlingsvögel
Unterordnung Singvögel
Familie Prachtfinken
Gattung Grasfinken
Art Spitzschwanzamadine

Verbreitungsgebiet
Die Gelbschnäbliche Spitzschwanzamadine lebt in Nordwest-Australien, die Rotschnäblige Spitzschwanzamadine dagegen östlich davon in Teilen des Nordterritoriums. Beide bewohnen offene Eukalyptuswälder, Savannen und Trockensteppen. In Küstenzohnen bewohnen sie Schraubenpalmen-Bestände.

Grösse
Ungefähr 15 – 17 cm

Lebenserwartung
7 - 12 Jahre

Geschlechtsunterschiede
Im Allgemeinen wird angenommen, dass der schwarze Kehlfleck der Männchen größer als jener der Weibchen ist und die Weibchen kürzere Schwänze besitzen, doch trifft dies keineswegs immer zu. Mit absoluter Sicherheit erkennt man das Männchen am Balzverhalten und Gesang.

Verträglichkeit
Spitzschwanzamadinen eignen sich – obwohl sie in ihrer Heimat sehr große Schwärme bilden – allenfalls für eine paarweise Haltung. Untereinander können diese Vögel ausgesprochen aggressiv werden. Mit anderen Arten kommen sie ohne Probleme zurecht, wenn es sich nicht gerade um eng verwandte Spezies wie den Binden- und den Maskenastrild handelt.
Auch kleinere und zartere Vogelarten können leicht ins Hintertreffen geraten, wenn das Männchen sein Revier allzu heftig verteidigt. Pflegen Sie diese Spezies also besser nur zusammen mit etwas größeren Vögeln.

Unterbringung
Man kann diese Art sowohl in einer (überdachten) Außen- als auch in einer Zimmervoliere halten. Selbst in geräumigen (Brut-)Käfigen gedeihen die Vögel durchweg sehr gut. Eine Bepflanzung wissen sei sehr zu schätzen.

Haltungstemperatur
Wenn der Schlag der Außenvoliere gut isoliert ist, erübrigt sich in normalen Wintern eine zusätzliche Heizung. Wenn Sie merken, dass die Vögel unter den niedrigen Temperaturen leiden, gehören sie besser ins Haus.

Verhalten
Spitzschwanzamadinen sind recht lebhafte und keineswegs scheue Vögel. Sie durchstöbern alle Winkel der Voliere und sind oft am Boden zu sehen, wo sie einen Teil ihrer Nahrung suchen. Sie gehören zu den so genannten „Nestschläfern“, verbringen die Nacht also nicht auf Sitzstangen oder Zweigen, sondern in einem Nest. Wenn man an verschiedenen Stellen der Voliere Nistkästen aufhängt, können die Vögel selbst ihre Wahl treffen.

Fütterung
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für das Wohlergehen Ihrer Spitzschwanzdamadine. Exoten Futtermischungen, als Hauptnahrung erfüllt alle Anforderungen. Für die abwechslungsreiche Ernährung ist es notwendig, dass Sie Ihrer Spitzschwanzamadine zusätzlich zum regulären Körnerfutter, Grünzeug, Leckerbissen und anderes für eine ausgewogene Ernährung anbieten.

Hauptfutter:

Pro Tier 1 EL pro Tag

Exotenfutter:

Die Grundmischung für Spitzschwanzamadinen besteht aus kleinen relativ weichen Sämereien wie Senegal-, Mohar-, Manna-, Japan-, Silber- und Kolbenhirse, mit Glanz- und Negersaat, die mit Wildsämereien angereichert ist. Wenn möglich sollten sie auch Sämereien der Zuckergrases oder andere unreife und reife Sämereien erhalten.

Keimfutter:

z. B. Großsittich Keim- und Quellfutter.

Grünfutter:

Löwenzahn und Vogelmiere sowie halbreife Grassamen, aber auch Gurkenscheiben.

Tierisches Eiweiss:

Tierisches Eiweiss in Form von Fluginsekten, frisch gehäuteter Mehlwürmern sowie ei- bzw. insektenhaltiges Weichfutter sollten Sie hin und wieder ruhig anbieten.

Knabbereien

Kolbenhirse und Exotenknabberstangen (aber bitte diese bei der täglichen Futtermenge berücksichtigen und nicht täglich verfüttern).

Trinkwasser

Täglich frisches Trinkwasser anbieten (bei grosser Hitze oder starker Verschmutzung auch öfter)!

Zusatzfutter:

Kalk- und Magengrit sollte immer zur Verfügung stehen.

Zucht
Spitzschwanzamadinen vermehren sich sowohl in geräumigen Brutkäfigen als auch in Volieren. Ein geschlossener Nistkasten mit einer Kantenlänge zwischen 10 und 15 cm und einer etwa 3 cm weiten Einflugöffnung ist ideal. Als Nistmaterial kommen u.a. Heu, aufgedröselte Sisalschnüre, Federchen und Grashalme in Frage. Ein Gelege umfasst ungefähr 4-6 Eier, die abwechselnd von beiden Elternteilen bebrütet werden. Nach etwa 11 – 12 Tagen schlüpfen die Jungen. Wenigstens in der ersten Lebenswoche (häufig auch längere) haben sie einen hohen Bedarf an lebenden Insekten, die stets in reichlichen Mengen vorhanden sein müssen (z.B. Getreideschimmelkäferlarven). Im Alter von ungefähr drei Wochen fliegen die Jungvögel aus. Sie können dann noch nicht gut selbst für sich sorgen und werden noch ein Weilchen von den Eltern gefüttert und bewacht. Sobald sie selbständig geworden sind (was meist mit etwa 5 Wochen der Fall ist), sollte man die Jungvögel besser heraus fangen, denn das Männchen duldet sie dann häufig nicht länger im Umfeld des Nestes. Ein gesundes Zuchtpaar in guter Verfassung kann pro Saison mehrere Bruten aufziehen.

Mutationen
Neben den „gewöhnlichen“ Rotschnäbeln gibt es eine recht häufige gelbschnäblige Form der Spitzschwanzamadine: sie besitzt außer dem gelben Schnabel ein insgesamt helleres Gefieder.
In jüngster Zeit wurden die Farbmutationen isabellfarben, „Creme-Ino“, „Bleichschnabel“ und grau festgelegt.

Besonderheiten
Spitzschwanzamadinen kreuzen sich – wenn Artgenossen fehlen – in der Voliere mit Gürtelgrasfinken. Solche Bastarde erfüllen keinen Zweck und tragen nicht zum Bestand der Arten bei. Vom Zustandekommen derartiger „Zuchtpaare“ ist daher abzuraten.